Vorbereitungen 2/4
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Gespräche mit dem Architekten

Vom ersten Pitch bis zu den ersten Zeichnungen und der Materialwahl

Orientierungsgespräch #1

Im Dezember 2024 habe ich meinem Schwager kurz von der Idee eines Gartenbüros erzählt und dass er für mich ausrechnen soll, was ich in der Gartenecke maximal genehmigungsfrei bauen kann. An Silvester, beim Oliebollen-Backen, hat er angefangen zu rechnen. Man steckt braune Kugeln rein, und heraus kommt eine Zeichnung, sagen wir mal so.

Beim Zeichnen sprach er ständig vom „Gartenhäuschen“, während ich im Kopf ein schickes Büro hatte. Nach dem dritten „Gartenhäuschen“ habe ich ihm leicht gereizt gesagt, dass es ein Gartenbüro mit hohen Ansprüchen werden soll. Inzwischen hat das in Familie und Freundeskreis Meme-Status und wird immer als Witz verwendet, von mir und von anderen. Danke!

Wie du auf der Zeichnung siehst, ist es das Gebäude mit 48,70 m² oben rechts. Es steht im Raum an meiner Garage, an der von Nachbar 1 und an einer Gartenmauer bzw. einem Zaun von Nachbar 2. Das ergibt gleich eine schöne Herausforderung, denn ich habe es mit drei verschiedenen Höhen zu tun, an denen entlang bzw. gegen die ich bauen werde.

Maximale genehmigungsfreie Bebauung

Einen groben ersten Entwurf des Plans machen

Nach unserem Gespräch habe ich mich im April 2024 neben meiner Stelle bei einer Personalvermittlung als freiberuflicher Softwareentwickler selbstständig gemacht. Im November 2024 konnte ich meine Zeit voll mit der freiberuflichen Arbeit füllen. Im Vorfeld und während dieser Übergänge waren es hektische Zeiten, in denen der Fokus auf anderen Projekten lag.

In meinem Urlaub im September 2024 habe ich dann aber doch angefangen zu zeichnen. Der Ansatz war:

  • Maximal bebauen, denn die paar Meter, die übrig blieben, wären verschenkt
  • Ein Raum mit wenigen Wänden, damit ich ihn leicht umgestalten kann
  • WC zur Gartenseite, damit ich irgendwann noch einen Außenwasserhahn bzw. eine Außendusche realisieren kann

Wie du siehst, habe ich noch ein wenig mit der Form gespielt. Der Gedanke dahinter war, dass das Gebäude sonst zu „klobig“ im Raum stehen würde. Ich habe mehrmals im Garten gestanden und Blöcke hingestellt, um das Ganze abzustecken. Das hat nicht viel gebracht, denn ich fand es schwierig, die Größe sowohl des Gebäudes als auch des Raums darin einzuschätzen. Schwieriger als beim Umbau unseres Erdgeschosses, wo der Raum überschaubar war und die alten Möbel noch dastanden. Das habe ich also erst einmal dem Architekten überlassen, der kennt sich damit ja auch aus.

Außerdem war ich mir noch überhaupt nicht sicher, welche Materialien ich verwenden würde. Ich dachte an Holzrahmenbau, aber auch Mauern gegen die Wände meiner Garage und der Nachbarn war eine Option. Schwierig fand ich dabei die Situation mit den umliegenden Gebäuden. Alles Fragen, die später zu beantworten waren!

Meine ersten Grundrissoptionen, um den Platz im Garten gut zu nutzen

Gespräch #2 und die ersten Zeichnungen

Ende September habe ich mich wieder mit meinem Schwager zusammengesetzt. Ich habe ihn wieder zuerst mit Essen vollgestopft (darauf springt er gut an), und danach haben wir angefangen.

Tageslicht

Toilette, Küche, Ruheraum mit Platz für ein Bett, Platz für ein Fitnessgerät und mein Büro. Ich habe ihm meinen Grundriss vorgelegt, und eigentlich sofort schlug er vor, die Toilette in eine „dunkle Ecke“ zu verlegen. Leitungen und Schutzrohre im Fundament zu verlegen ist nicht so viel Arbeit. Der größte Vorteil ist einfach, dass man mehr Fläche für Tageslicht übrig behält.

Umgekehrt wurde der Ruheraum auch als Gästezimmer eingestuft. Dort möchte man wiederum mehr Privatsphäre, und schnell hat man eine Wand über die ganze Länge mit einer Tür, die man schließen kann. Gründe wie sich ungesehen umziehen und fernsehen, ohne dass es auf dem Bildschirm spiegelt.

Eine Aussparung an den Fenstern plant er inzwischen standardmäßig mit ein, weil man dort sehr einfach Screens verstecken kann.

Materialwahl

Wände

Mauerwerk, SIP-Paneele, industrielle Sandwichpaneele und eine diffusionsoffene/luftdichte Konstruktion kamen alle zur Sprache. Schnell wurde mir klar, dass mir gute Dämmung wichtig war, aber man hat mir eindringlich klargemacht, dass gut dämmen auch gut lüften bedeutet. Diffusionsoffen hat zusätzliche Vorteile wie natürliche Feuchteregulierung und Schallabsorption. Es ist also ein Material, das Dampf nach außen abgibt und durch das weiche Material einen sehr guten Schallschutz hat.

  • Mauern ist immer eine Option, aber Steine dämmen nichts und leiten von zwei Seiten Feuchtigkeit. Das würde mindestens 100 mm opfern, die in einer neuen Konstruktion Dämmung hätten sein können.
  • SIP-Paneele sind aus Kostengründen weggefallen, das lohnte sich für ein kleines Projekt nicht.
  • Mit industriellen Sandwichpaneelen bekommt man eine Art Plastiktüten-Dämmung und schnell unvorhergesehene Feuchtigkeitsansammlungen, wenn man nicht äußerst gut lüftet.

Kurz gesagt: Diffusionsoffen/luftdicht war für mich von Anfang an die logischste Wahl. Ich hatte schon so viel darüber gesehen und gelesen, dass ich eigentlich schon völlig überzeugt war. Für eine Erklärung zum diffusionsoffenen/luftdichten Bauen schaust du dir am besten kurz dieses Video an. Dieser gute Mann (ja, er war auch in der niederländischen Auswanderer-Sendung „Ik vertrek“) erklärt es schön.

Für die gewählte Bauweise braucht man eine Fassadenverkleidung. Unser Haus hat schwarzes Holz, also wollte ich das bei den Stirnbrettern und Fensterrahmen übernehmen. Für die Fassadenverkleidung außer Sichtweite wollte ich in dieser Farbe auch eine günstige Verkleidung finden. Auf der sichtbaren Seite möchte ich Klinkerriemchen verwenden, um eine natürliche und moderne Optik zu bekommen.

Als Alternative erwähnte ich selbst noch das senkrechte, orange gefärbte Holz, das man heute oft sieht, aber der Architekt hielt das für keine gute Idee. Er sieht viele Verfärbungen entstehen. Wenn ein Teil einen Großteil des Tages im Schatten liegt und ein anderer ständig in der Sonne, bekommt man das sehr schnell. Außerdem sieht senkrechtes Holz nicht schön aus, wenn das Haus waagerechte Stirnbretter und Fassadenverkleidung hat.

Dach

Für das Dach bekomme ich ein „Warmdach“, das keine Feuchtigkeit regulieren kann und also dampfdicht ist. Bei einem Flachdach ist das eigentlich die einzige Option.

  • Kaltdach: Dachabdichtung -> Konstruktion (-> Luftschicht != bei Flachdach nicht möglich) -> Dämmung -> Dampfsperre
  • Warmdach: Dachabdichtung -> Dämmung -> Dampfsperre -> Konstruktion

Auf einem Flachdach liegen Dachabdichtung und Dampfsperre immer direkt an der nächsten Schicht an. Es muss ja wasserdicht sein. Bei einem Kaltdach hat man dann automatisch ein Problem. Man schließt die Konstruktion (Holz) mit der Dämmung ein, und alle Feuchtigkeit, die trotzdem hineinkommt, bleibt für immer dort und sorgt für Holzfäule. Bei einem Warmdach hat man dieses Problem nicht, denn mit der Dampfsperre schützt man die Konstruktion vor Feuchtigkeit, und die Konstruktion liegt auf der Innenseite der thermischen Hülle.

Das ist ziemlich heikel, und ich sehe es in Bauforen ziemlich oft schiefgehen. Projekte, bei denen ein Warmdach (oft von Profis) nachträglich mit Dämmung zwischen den Balken gedämmt wird. Ein Tool wie ubakus kann dir dabei helfen. Der Grund, warum es oft schiefgeht, ist, dass in der Balkenlage ein Taupunkt entsteht und Feuchtigkeit nicht mehr entweichen kann und kondensiert. Holzfäule ist die Folge. Weniger heizen ist nett, aber Feuchtigkeitsprobleme sind um ein Vielfaches schlimmer und teurer.

Bodenaufbau

Ich ging mit Fußbodenheizung/Heizpaneelen und anderen schönen Ideen ins Gespräch. Die Masse des Fundaments zum Heizen und Kühlen nutzen. Ich habe einmal ein Gebäude gesehen, das so gebaut war, dass die Wintersonne (die tiefer steht) auf den Beton fiel und die Sommersonne nicht. Stundenlang Freude an der Wärme bzw. Kühle, die man darin speichert. Woran ich natürlich nicht gedacht hatte: dass das bei einem Gartenbüro unwirtschaftlich und teuer ist. Man braucht einen separaten Heizkessel, und die stundenlange Freude beschränkt sich auf die Zeit, in der ich drin sitze. Es ist kein Haus, in dem mehrere Leute den ganzen Tag herumlaufen.

Ich wusste auch schon, dass ich Fundament und Bodenplatte in einem Rutsch gießen wollte. Das hatte ich bei Henrie und seinem Selbstbaukurs aufgeschnappt. Es bedeutet, dass Betonwerk und Pumpenwagen nur einmal kommen müssen, und das ist eine ordentliche Kostenersparnis.

Beide Punkte machten den Bodenaufbau ziemlich geradlinig, denn es war keine Dämmung um das Fundament herum nötig und keine Fußbodenheizung. Ich kann das Fundament einfach gießen und anschließend einen schwimmenden Estrich mit dem Bodenbelag darauf.

Grober Bodenaufbau, erstellt mit Claude

Heizen/Luftaustausch

Eine Klimaanlage, die auch heizen kann, ist in einem gut gedämmten Raum, in dem man nur ein paar Stunden am Tag ist, mit Abstand die wirtschaftlichste Wahl. Aufgrund der Erfahrung des Architekten habe ich Dinge wie Infrarotheizung nicht weiter untersucht. Das wird schnell sehr teuer und ist nicht so an/aus, wie es nur eine Klimaanlage kann.

Luftzirkulation bei guter Luftdichtheit ist entscheidend, also muss auch an eine mechanische Lüftung gedacht werden. Die Positionen dafür waren ebenfalls relativ geradlinig. Die Abluft kommt in die Toilette, mit den naheliegenden Nebenvorteilen, und die Zuluft auf die andere Seite des Gebäudes. Sie sind relativ einfach zu installieren und haben oft eine Wärmerückgewinnung.

Sturer Grundsatz

Ich habe in den vergangenen Jahren im Internet viele Geschichten über unzufriedene Kunden gelesen und über Situationen, in denen eine Außenwand bestehender Bauten als äußere Hülle für die eigene Konstruktion genutzt wird. Zum Beispiel ein Bauunternehmer, der mit Dämmung direkt gegen die Außenwand der Nachbarn baut. Obwohl das gut funktionieren kann und nur Probleme macht, wenn jemals etwas entfernt wird, fühlt es sich für mich nicht richtig an. Ich werde mit keinem der umliegenden Gebäude irgendwo an bestehende Wände anschließen. Es kommt immer ein Mindestabstand von ein paar Zentimetern dazwischen, damit beide Fassaden immer belüftet bleiben.

Nach unserem Treffen kam die folgende Skizze heraus, und nach einigem Hin-und-her-Telefonieren wurde sie in bestimmten Punkten noch angepasst.

Die erste Idee des Architekten
Anpassung der Idee des Architekten

Kosten

Sehr passend kam mein Schwager mit dem Rat, diese Details doch einmal in ein Budget zu stecken, als ich den Bau an sich (ohne Klimaanlage und andere Systeme) auf 10–15 Tausend schätzte. Im nächsten Artikel kannst du mehr darüber lesen.

Und jetzt?

Erledigt

  • Diffusionsoffen / luftdicht
  • Bodenaufbau in groben Zügen
  • Warmdachaufbau
  • Grundriss festgelegt

Nächster Schritt

  • Ein grobes Budget, um zu entscheiden, ob ich noch weitermachen will oder kalte Füße bekomme.